„Wissenschaftliche Gepflogenheiten“

Elitäre wissenschaftliche Gepflogenheiten

Die Eskalation

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22. August 2006 (Dienstag)
Am Fachbereich 6 der RWTH Aachen versendet der Dekan, Prof. Dr. Tobias G. Noll, ein „Einschreiben gegen Empfangsbekenntnis“ und kopiert an den Rektor und den Kanzler an der RWTH. Es handelt sich um die Antwort auf eine Mitteilung adressiert an einen Ombudsmann (!) an der RWTH – und ist ein interessantes Beispiel für vermeintliche Ombudstätigkeit und Mediation an einer Hochschule ( Auszug). Für die Hintergründe (Teil VII) dieses so naiven wie obskuren Einschüchterungsversuches machen wir einen Zeitsprung und beginnen diese wahre Geschichte von ganz vorn.

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  • in einem Februar
    An der Fakultät für Elektrotechnik der RWTH verfasst ein wissenschaftlicher Angestellter – hier genannt Sukke (Anonymisierung) – den Abschlussbericht zum DFG-Vorhaben „Digitale Nachrichtenübertragungssysteme“, DFG-Az. Me 651, Kennwort: „Phasensprünge“; (DFG: Deutsche Forschungsgemeinschaft).
    Prof. Dr. Heinrich Fokke (Anonymisierung) ist an der RWTH der verantwortliche Forschungsleiter dieses von der DFG finanzierten Vorhabens.

    Die Protagonisten im Doktortheater:
    Fokke & Sukke
    F&S wissen, worum es in der Wissenschaft geht: „.. sehr beeindruckend, Kollege, .. aber funktioniert das auch in der Theorie ?“       ©Reid, Geleijnse & Van Tol


  • 28. Februar (Montag)
    Für Sukke, der am Lehrstuhl des Prof. Fokke (inzwischen am ISS) angestellt ist und aus DFG-Drittmitteln finanziert wird, endet das Beschäftigungsverhältnis an der RWTH Aachen. Es bestanden zuvor fünf Kettenverträge (3 x 1 Jahr, 1 x 8 Monate, und schließlich 1 x 2 Monate). Im Bemühen um Planungsfreiheit sowie längerfristige Verträge und nach entsprechenden Bewerbungen tritt Sukke eine neue Stelle als Systemingenieur in der Industrie an – und zieht an den Bodensee.

  • Frühjahr
    Prof. Fokke als verantwortlicher Forschungsleiter reicht den von Sukke geschriebenen Abschlussbericht bei der DFG ein. Prof. Fokke ermutigt Sukke, den Bericht auch als Dissertation an der RWTH einzureichen.

  • 27. Juni (Montag)
    Erst vier Monate nach dem Ausscheiden an der RWTH stellt Prof. Fokke für Sukke ein durchaus respektabeles Arbeitszeugnis aus. Dieses wird allerdings spätere Beurteilungen und Gutachten des Prof. Fokke als eklatant widersprüchlich erkennen lassen.

  • 11. November (Freitag)
    Nach Sukkes Vermittlung besucht Prof. Fokke den neuen Arbeitgeber von Sukke. Prof. Fokke bittet bei dieser Gelegenheit Sukkes Vorgesetzten Dr. Schüssler daraufhinzuwirken, dass die Dissertation nun doch zügig an der RWTH eingereicht werde.

  • 14. Januar (Samstag)
    Fast ein Jahr ist vergangen seit Sukkes Vertragsende an der RWTH. Einreichung der Dissertation „Quasistationäres Verhalten von Synchronisationssystemen unter Berücksichtigung stochastischer Prozesse“ an der Fakultät für Elektrotechnik der RWTH. Die Arbeit ist praktisch identisch mit dem bereits zuvor von Prof. Fokke bei der DFG vorgelegten Abschlussbericht, enthält aber die von ihm geforderten Ergänzungen (numerische Resultate). –
    Hier ist anzumerken, dass Prof. Fokke als Vorsteher der Fakultät (Dekan) amtiert.
    Doktortriathlon
    Doktortriathlon.                         ©Rand Kruback

  • 23. Januar (Montag)
    Aktennotiz der Fakultät nach Eingang des Gesuches:
        „Betr.: Promotionsvorhaben [Sukke]
       Bezug: Telefonat mit Prof. [Philipp Klaus] Sattler am 23.01.
    1. Orientieren über den Promotionsfall:
    • hat einige Jahre bei Prof. [Fokke] an DFG-Vorhaben gearbeitet;
    • die Arbeit wurde während dieser Zeit fachlich betreut;“
      [Es wird später sehr deutlich, dass der DFG-Bericht und damit die Dissertation in keiner Weise wissenschaftlich oder „fachlich betreut“ wurden.]
    • „im letzten Sommer wurde [Sukke] nach genauerem Aktenstudium aufmerksam gemacht, dass er eine ganz entscheidende Frage in seiner Arbeit nicht ausreichend behandelt hat;“
      [Tatsächlich machte Prof. Fokke in keiner Weise auf irgendeine für die Arbeit „entscheidende Frage“ aufmerksam; auch dieses wird später sich eindrucksvoll erweisen.]
    • „Mit Gültigkeit oder Ungültigkeit der Aussage, um die es sich hier handelt, steht oder fällt die ganze Arbeit; es existiert Schriftwechsel seit letztem Sommer, wo ihm diese Bedenken mitgeteilt und fachliche Anregungen gegeben wurden, wo die Lösung wohl zu suchen wäre.“
      [Es hat keinerlei Schriftwechsel über die „Gültigkeit oder Ungültigkeit“ oder erforderliche Korrekturen gegeben.]
    • „Letztes Telefonat fand vor etwa einer Woche statt, wo die Punkte nochmals angeschnitten wurden;“
      [Auch ein solches Telefonat hat nicht stattgefunden.]
    • „Am 20.01. hat er die Arbeit per Post zugeschickt, ohne vorher die Einreichung und Antragstellung des Promotionsgesuchs anzukündigen und mit Prof. [Fokke] deswegen Kontakt aufzunehmen.“
      [Die Einreichung erfolgte nach Einarbeitung aller drei, von Prof. Fokke zusätzlich gewünschten numerischen Resultate und nach Prof. Fokkes Besuch bei Sukkes Arbeitgeber am 11. November mit der Aufforderung auch gegenüber Sukkes Vorgesetztem, die Arbeit zügig an der RWTH einzureichen. Gleichzeitig mit dem Gesuch wurde Prof. Fokke über den Vorgang schriftlich unterrichtet, und er erhielt eine Kopie der eingereichten Arbeit.]
    2. Vorgehen
    1. „Besprechung im Professorium 07.02;“ [wird nicht erfolgen]
    2. „Prof. [Fokke] kennt die Arbeit, die aus seiner Sicht in der vorliegenden Form nicht ausreicht;“ [Andererseits war es Prof. Fokke, der als Forschungsleiter dieselbe Arbeit bei der DFG als Abschlussbericht vorlegte.]
    3. „Da Prof. [Fokke] das Amt des Dekans vom Amt des Betreuers trennen möchte, bittet er den Prodekan um die Durchführung des Promotionsverfahrens.
    4. Es wird in diesem Fall keine Zusammenfassung in der Fakultät verteilt.
    5. Die wird allen Kollegen in Zirkulation zugänglich gemacht.
    6. Die Fakultät beschließt im Sommersemester über Berichter und Mitbereichter.“ [Wird ebenfalls nicht erfolgen; siehe unten.]
    7. „Evtl. wird ein Kollege aus der [naturwissenschaftlichen] Fakultät I beigezogen.“
    Nur neun Tage nach Einreichung des Gesuches legt Prof. Fokke sich also mit einer völlig unsubstanziierten Vorverurteilung der Arbeit gegenüber der Fakultät schriftlich fest. Eine Umkehr wäre damit für ihn ein Gesichtsverlust. Diese interne Aktennotiz der Fakultät legt den Grundstein der nachfolgenden zehnjährigen Posse.

  • 25. Januar (Mittwoch)
    Schriftliche Bestätigung des Antragseingangs durch das RWTH Rektorat.

  • 16. März (Freitag)
    Sukke reist nach Aachen und besucht Prof. Fokkes Lehrstuhl. Trotz vorheriger Terminabsprache ist Prof. Fokke nicht zu sprechen. Abstruse Gerüchte einer „Totalen Nachrichtensperre“, eines „Auseinandernehmens“ und über abgerissene Deckblätter an dem Prof. Fokke persönlich zugesandten Exemplar der Dissertation kursieren am Lehrstuhl.

  • 12. April (Donnerstag)
    Auch Sukkes Vorgesetzter Dr. Schüssler besucht Prof. Fokkes Lehrstuhl in Aachen. Diesmal und im Gegensatz zum 11. November (siehe oben) erwähnt Prof. Fokke weder die Promotionsangelegenheit noch irgendwelche aufgetauchten Probleme.

  • 24. April (Dienstag)
    Gemäß der Absprache während eines Abendessens im Hotel „Strandcafé“ in Immenstaad a. Bodensee am 10. November – vor dem Besuch von Prof. Fokke bei Sukkes neuem Arbeitgeber am darauffolgenden Tag – vermittelt Sukke für Prof. Fokke eine vergütete Beratertätigkeit. Prof. Fokke wird also schriftlich um die Erstellung eines Gutachtens für Sukkes Arbeitgeber gebeten.

  • 15. Mai (Dienstag)
    Zufällige Begegnung zwischen Sukke und Prof. Fokke im RAI Kongress-Zentrum Amsterdam anlässlich einer Konferenz (IEEE ICC). Allerdings wendet Prof. Fokke sich ab und weicht einem Gespräch aus.

  • 23. Mai (Mittwoch)
    Prof. Fokke bestätigt schriftlich seine Bereitschaft zur Erstellung des Gutachtens für Sukkes Arbeitgeber. Trotz der Vorverurteilung der Dissertation durch Prof. Fokke (23. Januar) hat er als Dekan offenkundig keinerlei Scheu, auf die von Sukke vermittelte und vergütete Beratertätigkeit einzugehen.

  • 29. Mai (Dienstag)
    Ein von Sukke zum 5. Aachener Kolloquium vorgeschlagener Beitrag über das abgeschlossene DFG-Forschungsvorhaben und damit die Dissertation wird vom Tagungskomitee schriftlich abgelehnt, nachdem Prof. Fokke als einer der Tagungsleiter gegen Sukkes Beitrag votierte.

  • 6. Juli (Freitag)
    Prof. Fokke liefert sein vergütetes Gutachten, dessen Eingang ihm mit Schreiben vom 23. Juli bestätigt wird.

  • 24. Juli (Dienstag)
    Sechs Monate nach der Eingangsbestätigung durch das RWTH Rektorat fragt Sukke schriftlich beim Dekan Prof. Fokke an bzgl. des Stands des Promotionsgesuches.

  • 13. August (Montag)
    Der Prodekan an der Fakultät für Elektrotechnik, Prof. Dr. Gottfried Arlt, antwortet schriftlich und empfiehlt Sukke sehr, sich mit Prof. Fokke in Verbindung zu setzen und zwar bevor Berichter (=Gutachter) für die Arbeit im kommenden Wintersemester benannt werden sollen.

  • 28. August (Dienstag)
    Daraufhin bittet Sukke am Sekretariat von Prof. Fokke telefonisch um einen Termin. Prof. Fokke ist selbst nicht zu sprechen.

  • 29. August (Mittwoch)
    Erneut ruft Sukke bei Prof. Fokke an, der persönliches Gespräch aber ablehnt und stattdessen ankündigt, binnen drei (3) Wochen Nachweise eines kapitalen Fehlers in der eingereichten Dissertation zu senden. (Eine sogenannte Itô-Regel sei angeblich nicht anwendbar.) Anschließend könne man diskutieren. –
    Sukke gewinnt allerdings den Eindruck, dass Prof. Fokke Zeit gewinnen will und Fehler vorschiebt – auch innerhalb der Fakultät – ohne dass er solche Fehler tatsächlich nachweisen könnte. (Die von Prof. Fokke kritisierte Itô-Regel ist nämlich mit Sicherheit anwendbar, und dieses ist empirisch eindeutig nachweisbar.) Über Motive des Prof. Fokke zu spekulieren, muss hier dem/r Leser/in überlassen bleiben.

  • 3. September (Montag)
    Prof. Fokke dankt Sukke schriftlich („Lieber [Sukke], ...“) für die Unterstützung im Rahmen der vermittelten und vergüteten Beratertätigkeit. Prof. Fokke bedauert den Mehraufwand, der Sukke dadurch entstanden war, dass Ansatz- und Resultatfehler im Gutachten des Prof. Fokke nach Abgabe noch von Sukke selbst korrigiert werden mußten. –
    Gleichzeitig übermittelt Prof. Fokke die Rechnung für sein Gutachten; er bittet um Überweisung seines Honorars (5000.- plus MwSt.) auf sein persönliches Bankkonto bei der (ehm. Stadt)sparkasse Aachen.
    Prof. Fokke amtiert als Dekan an der RWTH. Es bedarf hier keiner Klärung, ob Vorteilsannahme nach § 331(1) StGB oder Missbrauch einer Stellung als Amtsträger vorliegt. Tatsache ist, dass Sukkes Promotionsgesuch seit nunmehr fast acht Monaten an der Fakultät liegt, ohne dass Prof. Fokke als Dekan – trotz der Nachfragen von Sukke – den Antrag auf Formgerechtheit prüft geschweige denn das Verfahren einleitet.
    Beratender Dekan
    Der beratende Dekan.                     ©Tayfun Akgül

  • 8. September (Samstag)
    Sukke schreibt an Prof. Fokke und hält mit seinen Ausführungen an der umstrittenen Itô-Regel in der Dissertation sowie im DFG-Bericht eindeutig fest. Sukke bietet, im Bemühen um Ausgleich, eine ganz andere Ergänzung in der Arbeit an.

  • 27. Oktober (Samstag)
    Inzwischen sind neun (9) Wochen seit dem 29. August vergangen. Bisher hat Sukke keinerlei Nachricht mit einem Fehlernachweis von Prof. Fokke erhalten. Er sendet daraufhin ein Einschreiben (mit Rückschein) an Prof. Fokke, um die telefonischen Aussagen vom 29. August schriftlich festzuhalten. Sukke schreibt: „Auf Ihren Wunsch wurde von einem persönlichen Gespräch vorerst abgesehen. [] Leider habe ich während der vergangenen knapp neun Wochen von Ihnen keine Unterlagen erhalten. Zusätzlich zur telefonischen Vereinbarung sandte ich Ihnen am 8. September einen Brief []. Auch sind meine Anmerkungen, die Herr Schüssler am 12. April an Ihrem Lehrstuhl abgegeben hat, weder von Ihnen noch von Herrn O[] kommentiert worden. Mir ist vollkommen unverständlich, weshalb – gemäß Ihrer Auffassung – [] der Lösungsansatz [] falsch ist. []
    Ich bitte Sie sehr, mir die am 29. August zugesagten Unterlagen [] zu übermitteln.“ –
    Seit dem 1. Oktober amtiert nicht mehr Prof. Fokke sondern Prof. Dr. Hans-Jürgen Schmitt als Dekan.

  • 2. November (Freitag)
    In Beantwortung von Sukkes Einschreiben vom 27. Oktober erklärt Prof. Fokke telefonisch, er werde sich nunmehr erst nach Ablauf des laufenden Wintersemesters mit der Arbeit eingehend befassen – also zwei Jahre nachdem der praktisch identische Bericht bei der DFG als Abschlussbericht vorgelegt wurde und zwar von Prof. Fokke in seiner Verantwortung als Forschungsleiter. Dagegen teilte der Prodekan Prof. G. Arlt noch am 13. August (siehe oben) Sukke mit, dass Berichter im Wintersemester benannt werden sollen. Und laut Aktennotiz der Fakultät am 23. Januar hätten Berichter bereits im letzten Sommersemester bestellt werden sollen. –
    Prof. Fokke merkt ebenfalls an, formal sei das Vorgehen der Fakultät unzulässig.

  • 23. November (Freitag)
    Einschreiben von Sukke an das RWTH Rektorat. Antrag auf Aussetzung des Verfahrens – jedoch kein Rückzug des Gesuches. Um Auskunft wird gebeten, weshalb keine Berichter für die Arbeit benannt und auch keine Gründe seitens der Fakultät mitgeteilt werden. Sukke bekennt sich ausdrücklich zu seinem DFG-Bericht und der eingereichten Arbeit. –
    Am 27. November wird das Rektorat dieses Schreiben weiterleiten an den Dekan Prof. H.-J. Schmitt mit der Bitte um baldige Stellungnahme durch die Fakultät.

  • 26. November (Montag)
    Sukke teilt Prof. Fokke schriftlich mit, er (Sukke) erwäge, das Gesuch förmlich zurückzuziehen.
    Ein förmlicher Rückzug ist gemäß der Promotionsordnung nur so lange möglich, wie das Gesuch nicht auf seine Formgerechtheit geprüft wurde.

  • 3. Dezember (Montag)
    Prof. Fokke antwortet daraufhin Sukke telefonisch, dass er (Prof. Fokke) sich am vergangenen Wochenende mit dem Problem der Itô-Regel befasst habe, und diese Regel sei nun doch anwendbar. Im Übrigen habe Sukkes Schreiben vom 23. November am Rektorat einiges Aufsehen erregt.

  • 5. Dezember (Mittwoch)
    Nach Sukkes schriftlicher Bitte (23. November) an das Rektorat um Auskunft, weshalb keine Gutachter benannt werden, übermittelt Prof. Fokke an den Dekan Prof. H.-J. Schmitt seine ganz eigene Darstellung der Angelegenheit. Prof. Fokke schreibt:
    • „Beim genauen Studium der Arbeit stellte ich erhebliche mathematische Mängel fest. Ich habe deshalb – im Interesse des Doktoranden – verzichtet, die Arbeit der Fakultät vorzulegen. Nachträglich läßt sich feststellen, daß es zweckmäßiger gewesen wäre, das Verfahren zu eröffnen und die Arbeit abzulehnen.“
    • „Falsch ist die Aussage, daß [Sukke] keine Ausführungen über meine Einwände erhalten habe.“
    • „Die Zweifel an der Korrektheit der Beweisführung haben sich in der Zwischenzeit bestätigt, d.h. die falsche Beweisführung konnte von mir exakt bewiesen werden. Die Arbeit wäre deshalb keineswegs angenommen worden. Einer Ablehnung ist [Sukke] durch Rückzug seines Gesuches zuvorgekommen.“
    • „[Sukke] ist deshalb mitzuteilen, daß die Arbeit wegen Mängel nicht vorgelegt wurde. Es ist zuzugeben, daß dieses im Interesse des Doktoranden gewählte Vorgehen formaljuristisch nicht korrekt ist.“
    Seine angeblich exakte Beweisführung fügt Prof. Fokke dem internen Schreiben nicht bei. (Erst viel später soll sich erweisen, ob Prof. Fokke über diesen Beweis tatsächlich verfügt.) Auch verschweigt er Sukkes zahlreiche Bemühungen um einen fachlichen Austausch – wie dargelegt in Sukkes Einschreiben vom 27. Oktober, das Prof. Fokke hier unterschlägt. Und schließlich verwundert es kaum, dass die von Sukke vermittelte und vergütete Beratertätigkeit des Prof. Fokke während seiner Amtszeit als Dekan von ihm ebenso nicht erwähnt wird wie die Tatsache, dass er selbst die Arbeit bei der DFG als Abschlussbericht vorlegte und als Grundlage seiner Publikationen sowie Konferenzbesuche nutzte. So reiste Prof. Fokke z.B. im Rahmen seiner Beratertätigkeit für das IBM Zürich Research Laboratory, Rüschlikon, Schweiz, zusammen mit dem IBM Mitarbeiter Herrn H.R. Mueller zur GlobeCom Konferenz in Miami, USA, und hielt dort den Vortrag
    • „Synchronization Failures in a Chain of Repeaters“, GlobeCom 82 Conf. Rec., pp. D.6.1.1-D6.1.11.
    • „Synchronization Failure Rates in a Chain of PLL Synchronizers“, IEEE Trans. Communications, Vol. COM-34, No. 5, pp. 436-445.
    Die Resultate basierten auf Sukkes eigenen Arbeiten. Dennoch wäre es zu redlich anzunehmen, dass auch Sukke von Prof. Fokke zur Teilnahme an der Konferenz im sonnigen Florida aufgefordert oder eingeladen worden wäre.

  • Punishment
    Cartoons by Andertoons
  • 8. Dezember (Samstag)
    In solchem Sumpf vermeintlich „wissenschaftlicher Gepflogenheiten“ zieht Sukke schließlich sein Promotionsgesuch am Rektorat förmlich zurück. Das Schreiben wird am 11. Dezember vom Rektorat an die Fakultät weitergeleitet. –
    Sukke beauftragt Rechtsanwalt G. in Oldenburg mit der Klärung der Untätigkeit (11 Monate) und der Unzumutbarkeit des Vorgangs an der RWTH.

  • 10. Dezember (Montag)
    Zur Beantwortung von Sukkes Anfrage vom 23. November und nach der Darstellung von Prof. Fokke vom 5. Dezember nimmt der Dekan Prof. H.-J. Schmitt gegenüber dem Rektorat „wie folgt Stellung:
    • Das Promotionsverfahren wurde bisher nicht eröffnet, da vorher noch entscheidende fachliche Mängel der Dissertation zu beheben wären. Diese Mängel wurden [] bereits vor Einreichung des Promotionsgesuches und in der Folgezeit vom Betreuer der Arbeit, Herrn Prof. Dr. [Fokke], mit dem Kandidaten besprochen. Zur Behebung der Mängel wurde vom Betreuer die Zeit nach Abschluß des [laufenden] Wintersemesters [] angegeben.
    • Die Rückstellung erfolgte im Interesse des Doktoranden, um eine sonst wahrscheinliche Ablehnung zu vermeiden.
    Ich empfehle folgenden Text für die Beantwortung durch das Rektorat: „Das Promotionsverfahren konnte aus terminlichen Gründen noch nicht eröffnet werden. Nachdem Sie Ihren Antrag mit Schreiben vom 23.11. zurückgezogen haben, hat sich damit der Vorgang erledigt. Wir fügen in der Anlage die eingereichten Unterlagen bei.“ “ Tatsächlich zog Sukke mit Schreiben vom 23. November sein Gesuch aber gar nicht zurück.
    Prof. H.-J. Schmitt lässt sich also mit seinem Brief an das Rektorat vollkommen auf Prof. Fokkes Darstellung (5. Dezember) der Angelegenheit ein und stimmt sein Vorgehen mit drei Professoren (G. Arlt, P.K. Sattler und H.D. Lüke) an der Fakultät ab.
    Später wird sehr deutlich werden, dass Prof. Fokke nicht im Entferntesten als ein „Betreuer der Arbeit“ (Prof. H.-J. Schmitt) bezeichnet werden kann.

  • 17. Dezember (Montag)
    Der Dekan Prof. H.-J. Schmitt erhält vom Rektorat Sukkes Antrag vom 8. Dezember auf Rückzug des Gesuches. Unverzüglich bestätigt der Dekan den förmlichen Rückzug – und beweist damit die eigene 11-monatige Untätigkeit der Fakultät. Er schreibt: „die Fakultät für Elektrotechnik hat Ihrem Antrag [] auf Zurücknahme Ihres Promotionsgesuches stattgegeben.“ Tatsächlich war aber der Fakultätsrat mit der Angelegenheit gar nicht befasst.
    Entgegen Sukkes Bitte vom 23. November werden keine weiteren Auskünfte erteilt. Die Rücksendung von Unterlagen wie Zeugnissen, polizeilichem Führungszeugnis, eidesstattlicher Erklärung etc. unterbleibt ebenfalls.

  • Zusammenfassung: 14. Januar bis 17. Dezember
    Bezüglich des Promotionsgesuches:
    1. Unbegründete völlige Untätigkeit der Fakultät.
    2. Damit keine Eröffnung des Promotionsverfahrens.
    3. Gerüchte an der Fakultät bzgl. angeblicher Fehler, die vermeintlich eine Eröffnung des Verfahrens nicht zulassen würden.
    4. Keinerlei Mitteilung oder Erklärung gegenüber Sukke bzgl. der angeblichen Mängel – trotz wiederholter fernmündlicher und schriftlicher Anfragen.
    Prof. Fokke ist Dekan bis zum 1. Oktober; Nachfolger im Amt ist Prof. Hans-Jürgen Schmitt.

  • 16. Februar (Samstag)
    Sukke bittet Prof. Fokke schriftlich um die Rückgabe der ihm überlassenen Zusammenfassungen der Arbeit sowie der Dissertationskopie (mit den angeblich abgerissenen Deckblättern; siehe oben unter dem 16. März).
    Vor der ersten förmlichen Stellungnahme durch Rechtsanwalt G. gegenüber der RWTH bringt Sukke zum Ausdruck, er werde nicht akzeptieren, dass Prof. Fokke sich gegenüber der Fakultät über angebliche Fehler in der Arbeit geäußert habe, ohne dass solche ihm (Sukke) jemals auch nur ansatzweise erläutert und nachgewiesen wurden.

  • 21. Februar (Donnerstag)
    Auf die Bitte um Rückgabe der Unterlagen schreibt Prof. Fokke an Sukke wie folgt: „da Ihr Promotionsgesuch zurückgezogen wurde und damit erledigt ist, habe ich die Zusammenfassungen vernichtet.“ (Prof. Fokke Schreiben #1)
    Zusammenfassungen vernichten
    Gepflogenheiten: Zusammenfassungen vernichten...     ©Rand Kruback

    Und weiter: „Das mir zugesandte Exemplar Ihrer Arbeit habe ich als persönliches Arbeitsexemplar betrachtet. Wie mir der Dekan der Fakultät für Elektrotechnik mitteilte, wurden Ihnen Ihre Unterlagen [] zurückgereicht.“ (Tatsächlich wird der Dekan erst nach nochmaliger Aufforderung die Unterlagen vier Monate später, am 13. Juni, an Sukke zurücksenden (Teil II).)
    Prof. Fokke fügt noch hinzu: „Ich betrachte damit die Angelegenheit als endgültig abgeschlossen“ – eine Betrachtungsweise, die von Sukke nicht geteilt werden wird. ( Auszug)

Zwischenstand:   2  Jahre Doktorspiele.

Hier geht es weiter:

Blog-Teil II:   „eine außerordentliche Erscheinung“ (RWTH)

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